August Bührmann

Möbelgeschäft
Wermingser Straße 45

Auszug aus: Marcus Kiel, Stadt Iserlohn (Hrsg.), Ein temporäres Denkmal zur Erinnerung an jüdisches Leben in Iserlohn, Katalog zur Ausstellung 20. August bis 17. September 2000, Alter Rathausplatz Iserlohn. Die Artikel über die jüdischen Geschäfte in der Wermingser Str. wurden verfasst von Götz Bettge, Archivar der Stadt Iserlohn.

In einer firmengeschichtlichen Darstellung heißt es: "Aus kleinen Anfängen hat isch das mit großer Umsicht und Fachkenntnis geleitete Geschäft als Möbelgroß- und Kleinhandelsgeschäft hervorragend entwickelt und ist als das bedeutendste im weiten Umkreise anzusprechen; in Lüdenscheid und Wuppertal werden Filialen unterhalten. Unter dem Naziregime ist das Unternehmen sher in Mitleidenschaft gezogen worden - der junge Herr Bührmann (1899 - 1980) und seine Gattin, die Jüdin ist (Ella geb. Wertheim, 1896 - 1977), haben sich verborgen halten müssen."
Der Vater von Ella Bührmann, Hermann Wertheim, war Inhaber des gleichnamigen Porzellan- und Haushaltswarengeschäfts in der Wermingser Straße 25.
Als am 29. September 1944 Frau Ella "Sara" Bührmann von der Kriminalpolizei Dortmund / Außenposten Iserlohn aufgefordert wurde, sich mit kleinem Gepäck auf der Polizeiwache in der Kirchstraße zu melden, waren die Flucht und das Versteck seit längerer Zeit vorbereitet, da das Ehepaar durch den Hilfspolizisten Alfred Potthoff rechtzeitig gewarnt worden war.
Das Geschäft wurde nach der Rückkehr der Familie wiedereröffnet.